München
Die Ostertage verbrachten wir in München. Ursprünglich war die Anreise mit dem Auto geplant. Als wir erfahren haben, dass gewisse deutsche Städte, so auch München, nur Fahrzeuge mit einer grünen Umweltplakette (auch Feinstaubplakette genannt) fahrberechtigt sind, haben wir uns für die Reise mit dem Zug entschieden. Die Zugreise dauerte zudem in etwa gleich lang, wie die Fahrt mit dem Auto. Damit wir sicher alle einen Platz beieinander haben, haben wir im Vorhinein auch Sitzplätze reserviert. Es zeigte sich dann, dass dies eine gute Entscheidung war. Denn die Fahrten waren bei unserer Reise ausgebucht.
Die drei Nächte verbrachten wir im Sofitel Munich Bayerpost, einem modernen Designhotel in der ehemaligen Bayerischen Königlichen Post in München. Dieses lag gleich neben dem Bahnhof. Unser Zimmer war eine Junior Duplex Suite auf der obersten Etagen des Hotels. Es verfügt über ein separates Wohnzimmer mit Schlafsofa und dank den zweistöckigen Fenster hatten wir einen Blick auf die verschneiten Alpen. Das Hotel lag gleich neben dem Hauptbanhnof von wo aus diverse U-Bahnen und Trams in alle Richtungen fuhren.
Allianz Arena. Wir buchten eine Tour und haben gedacht, dass diese Audioguided sei. Wie auch bei den anderen Fussballstadien, die wir bereits besucht hatten. Als wir dann 3 Minuten nach Tourbeginn angekommen waren kam die Ernüchterung. Die Tour war mit einem physischen Guide und hatte daher bereits begonnen, unsere Tickets daher verfallen. Zu unserem Glück gab es eine Stunde später noch eine Tour, die noch Platz hatte und auf Deutsch war. Das Stadion befand sich zuerst im gemeinsamen Eigentum der FC Bayern München AG und der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA. 2006 erwarb die FC Bayern München AG die Anteile der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA und ist nun alleinige Eigentümerin. Die Arena bietet ca. 75’000 Plätze, zusammengesetzt aus Sitzplätze und Stehplätzen. Die Plätze sind aufgeteilt in drei Ränge wobei der oberste Rang eine Neigung von 34° hat. Die für die Arena charakteristische Fassade besteht aus Folienkissen, die beleuchtet werden können. Bei Heimspielen des FC Bayern München erstrahlt die Arena in Rot und bei Länderspielen in Weiss.
Nachtwächterführung. Der Nachtwächter begrüsste uns am Fischbrunnen auf dem Marienplatz, dem ehemaligen Markt von München. Dabei trug er seine traditionelle Kleidung, seine Laterne und hatte seine Hellebarde dabei. Nach einer ersten Einführung in das Leben im mittelalterlichen München nahm er uns mit auf eine unterhaltsame und spannende Tour durch die Altstadt. Dabei entdeckten wir verlassene Friedhöfe, mittelalterliche Gebäude und Stadttore und hörten seinen faszinierenden Geschichten und unglaublichen Erzählungen aus der Vergangenheit zu. Die Tour richtete sich an die Kinder und war sehr spannend, unterhaltsam und manchmal auch etwas gruselig. Die Kinder konnten an der Tour mitwirken. So trug von Station zu Station jeweils ein anderes Kind die Laterne, zudem konnten die Kinder den Nachtwächter mit Fragen löchern und zum Abschluss ein Erinnerungsfoto mit ihm schiessen.
BMW Museum. Das BMW Museum ist ein vom Automobilhersteller BMW betriebenes Automobilmuseum. Es liegt neben der Konzernverwaltung des Unternehmens im BMW-Vierzylinder. Das BMW-Hochhaus besteht aus vier in Kreuzform nebeneinander angeordneten senkrechten Zylindern. Diese Zylinder stehen nicht direkt auf dem Boden, sondern hängen an Kragarmen, die aus den vier Stahlbetonrohren herausragen, die den Kern des Gebäudes bilden. Die einzelnen Stockwerke wurden am Boden im Rohbau gebaut und dann nach oben gezogen. Durch die geführte Tour erhielten wir Hintergrundinformationen zur Geschichte von BMW und den vier typischen Markenzeichen von BMW: der BMW-Niere, dem Hofmeister-Knick, dem Doppelscheinwerfer und xxx. Highlights der Autos in der Ausstellung sind das Original-Filmauto aus dem James-Bond-Film „Der Morgen stirbt nie“, die BMW Isetta, oder die Wagen der BMW Art Car Collection, an der herausragende Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt seit 1975 mitgewirkt haben. Natürlich durfte auch der Elvis’ BMW 507 nicht fehlen. Nur 250 Exemplare des damals wie heute sündhaft teuren Roadsters entstanden. Der legendärste 507-Fahrer: Elvis Presley. Er hatte den Wagen 1958 in Deutschland gekauft und nach Amerika gebracht. In den 2000-er Jahren wurde der BMW 507 in San Francisco in einem katastrophalen Zustand wiederentdeckt. Die BMW Group Classic hat den Wagen 2014 zurück nach München gebracht, originalgetreu restauriert und nun im Museum ausgestellt.
Bavaria Filmstadt. Bereits der Fussweg dorthin war kurzweilig. Entlang des Trottoirs kamen Plakate mit Fragen, ein paar Schritte weiter die Lösung. So ging es die letzten 500 Meter zur Filmstadt. In der Filmstadt werden nicht nur Kinofilme gedreht. Auch TV-Shows werden dort produziert wie z.B. Joko gegen Klaas. Wir nahmen an einer 90-minütigen Führung im 300.000 qm großen Medien-Campus teil. Unser Tourguide erzählte uns Details von Dreharbeiten und zeigte uns Originalkulissen, z.B. aus dem aktuellen Kinohit „Das Kanu des Manitu“, der Märchenwelt von „Chantal im Märchenland“. Wir erfuhren Details zum Dreh des Kinoklassiker „Das Boot“ und sahen unter anderem das Originalmodell eines Boots. Auch das legendäre Klassenzimmer aus der „Fack ju Göhte“-Trilogie oder die Lokomotive aus „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ konnten wir sehen. Für das Publikum gab es kleine Mitmachszenen. Die Filme aus den interaktiven Kulissen konnten im Anschluss im Filmstadt-Shop als Download erworben werden.
Stomp. Wir sahen uns ihren Auftritt im Prinzregententheater an. Natascha kannte Stomp bereits aus deren Anfängen. Sie hatte damals einen Auftritt mit ihren Eltern in London gesehen und hat diese sehr gut in Erinnerung. Die Perkussion-Band erzeugt die Geräusche mit Hilfe von verschiedenen Alltagsgegenständen wie Fässern, Stäben, Streichholzschachteln, Zeitungen, Abwaschbecken, Besen etc. Im Prinzip alles, was sich im Sperrmüll befinden könnte. Die Künstler ähneln einer Putzequippe und verbinden ihre musikalische Darbietung mit Geschichten. Auch der Humor fehlt nicht. Die Geschichten waren lustig und das Publikum wurde auch miteinbezogen. Es gefiel uns allen sehr gut und wir empfehlen allen, die die Möglichkeit haben, Stomp einmal live zu erleben.
Englischer Garten. Eine grüne Oase mitten in München. Der Englische Garten ist mit einer Fläche von rund 640 Fussballfeldern einer der größten innerstädtischen Parks der Welt. Wir mieteten Velos, um den Park zu erkunden. Zu den Sehenswürdigkeiten im Englischen Garten zählen der Monopteros auf einem Hügel mit einmaliger Aussicht, die Surf-Profis an der einzigartigen Eisbachwelle oder das Japanische Teehaus und der Kleinhesseloher See. Die Eisbachwelle am Eingang zum Englischen Garten begeistert Surf-Fans und Schaulustige aus aller Welt. Sie gilt weltweit als konstanteste, größte und beste Flusswelle mitten in einer Großstadt. Seit 40 Jahren wurde hier nahezu bei jedem Wetter gesurft. Momentan darf dort aber nicht gesurft werden, da sich die Welle nach der üblichen Bachauskehr im Herbst 2025 nicht stabil aufbaut. Wir haben daher leider keine Surfer an diesem Ort gesehen. Als wir mit dem Velo weiterfuhren und eine Brücke passierten sahen wir jedoch plötzlich an einem anderen Ort drei Personen am Surfen und schauten diesen zu, wie sie im 8° kalten Wasser in den Wellen ritten.
München hat unzählige Möglichkeiten für Führungen, Ausflüge, Museen. Bereits im Vorfeld haben wir für die Zeit ein Programm mit unseren oben aufgeführten Must-sees zusammengestellt. Vieles haben wir noch nicht gesehen, weshalb wir sicherlich wieder nach München zurückkehren werden.


