Apulien
Bereits seit langer Zeit stand der Besuch der Trulli-Häuser in Apulien auf unserer Bucketlist. Im April 2025 war es dann soweit und wir flogen nach Brindisi, von wo unsere 5-tägigen Rundreise startete. Die Fahrt durch die Region führte oft vorbei an vielen Olivenbäumen. Leider waren im Süden viele davon durch einen Käfer beschädigt und daher nicht mehr in ihrer vollen Pracht zu sehen. Wir entschieden uns jede Nacht an einem anderen Ort zu verbringen, um so viele verschiedene Ortschaften erkunden zu können.
Manduria – bekannt für den Wein Primitivo. Als Weinliebhaber musste zwingend ein Besuch in Manduria dabei sein. Wir übernachteten auf dem Land in einer Masseria, einer Art Bauernhof. Fürs Nachtessen fuhren wir ins Städtchen, wo leider nicht wirklich viel los war. Dies lag sicherlich auch daran, dass wir für italienische Essenszeiten zu früh unterwegs waren. Denn nach dem Nachtessen waren mehr Menschen unterwegs, der grosse Trubel blieb jedoch aus.
Ostuni – die weisse Stadt. Der Name entstand, da alle Häuser weiss sind. Bereits von weitem sieht man die Stadt, die sich auf einem Hügel befinden. Die Stadt selber ist autofrei und ist ein Labyrinth aus engen Gässchen. Bei diesem Tagesbesuch liefen wir zur Kathedrale, unter dem Arco Scopia hindurch zu einer Art Himmelstür, einem bekannten Fotosujet.
Polignano a Mare – bekannt für das Red Bull Cliff Diving. Da sich unsere Unterkunft in der autofreien Altstadt befand wurden wir mit einem Golfwägeli vom Parkplatz abgeholt und in die Altstadt gefahren. Dort wurden wir von Daria herzlich empfangen. Sie zeigte uns unsere Zimmer und organisierte für uns im Anschluss eine Ape-Tour, um die Stadt besser kennenzulernen. Alessio fuhr mit uns zur Strasse, die dem Sänger Domenico Modugno, der in Polignano geboren wurde, gewidmet wurde. Quer über die Gassen ist der ganze Liedtext von seinem Hit „Nel blu dipinto di blu (Volare)“ aufgehängt. Weiter ging es zum Ort, an welchem das Red Bull Cliff Diving stattfindet. Gesprungen wird ab einem Balkon ins Meer. Die Männer springen aus einer Höhe von 28 Meter, die Frauen aus 24 Meter. Anschliessend zeigte uns Alessio noch den Strand, an welchem die Einheimischen baden oder zum Fischen ins Meer fahren. Die Bucht war traumhaft schön, klares Wasser, farbige Fischerboote, sogar eines ausgestellt und zu einer offenen Bibliothek umgewandelt.
Bari – die Nudelstrassen Stadt. Wir benötigten mehr Zeit, um einen Parkplatz zu finden, als wir anschliessend im Städtchen waren. Neben der Nudelstrasse, in welchem den älteren einheimischen Damen bei der Herstellung von Pasta zugeschaut werden konnte, für uns nicht eine Stadt, die man unbedingt gesehen haben muss.
Locorotondo – die kreisförmige Stadt (wie es der Name sagt). Auch diese war autofrei und bestand aus vielen engen Gässchen und Cummerse, Häuser spitzen Giebeldächern. Auch hier verbrachten wir eine Nacht in einem solchen Häuschen. Neben vielen engen, schönen Gässchen und einer wunderschönen Weinterasse gab es für uns jedoch nicht viel weiteres zu sehen.
Alberobello – berühmt für die Trulli Häuser. Zu Fuss erkundeten wir die eindrücklichen Stadtteile, die aus Trulli bestehen. Dies sind weisse Rundhäuser mit grauen Steindächern, die aussehen wie Zipfelmützen. Durch ihre Bauweise aus Stein mit sehr dicken Wänden und winzigen Fenstern bieten die Trulli einen guten Schutz gegen die anhaltende Sommerhitze in Apulien, weil sich das Innere nur langsam aufheizt. Im Winter hingegen speichert ein Trullo für lange Zeit die Wärme, die durch einen offenen Kamin erzeugt wird. Seit 1996 zählen die Trulli zum UNESCO Weltkulturerbe.
Matera – bekannt für ihre Sassi. Bis in den 1950 Jahren lebten die Menschen hier in Höhlen, danach wurden Ihnen die Umsiedlung in Wohnungen angeboten. Die Höhlen wurden Jahre später restauriert und umfunktioniert. Wir nutzen die Gelegenheit und übernachteten in einer solchen Höhle. Die Stadt selber ist sehr verschachtelt, wodurch man teilweise auf den Dächern der drunterliegenden Höhlenwohnungen läuft und deren Schornsteine auf Augenhöhe sehen kann. Seit 1993 gehört Matera zum UNSECO Weltkulturerbe, im 2019 wurde der Ort durch den James Bond Film No time to die bekannt. Das Intro wurde in dieser Stadt gedreht. Um genaueres über den Filmdreh zu erfahren haben wir via Get your Guide eine James Bond Tour gebucht. Unsere Reiseführerin führte uns entlang der Drehorte und wies uns jeweils auf die abgeänderten Szenen hin. Es war total spannend, als wir im Nachhinein das Intro des Films angeschaut hatten und genau wussten, wo die jeweiligen Drehs stattgefunden haben.


