Davos

Wie jedes Jahr haben wir die erste Weihnachtsferienwoche eine Wohnung in Davos gebucht. Am Freitag vor der Abreise erkrankte unser Grösserer an Magen-Darm. Glücklicherweise ging es ihm am Samstag relativ gut so dass es für uns mit vollgepacktem Auto nach Davos ging. Nach ca. 30 Minuten sprachen wir Eltern über unser Auto. Einen Skoda Oktavia RS, der zu diesem Zeitpunkt 11 Jahre alt war. Wir sprachen darüber wie zufrieden wir mit dem Auto sind und dass wir dieses „z Tod fahren möchten“. Keine 5 Minuten später begann das Auto zu ruckeln. Daniele war auf der linken Fahrspur, weshalb Natascha ihm mitteilte, er sollte doch mal auf die rechte Fahrspur wechseln um zu schauen, ob es am Strassenbelag lag. Leider stoppte das ruckeln nicht und wir sahen, dass auf dem Armaturenbrett zwei Anzeigen leuchteten. Gerade rechtzeitig konnten wir noch auf den Pannenstreifen wechseln, denn als Daniele den Motor ausgestellt hatte und das Auto wieder starten wollte, ging nichts mehr. Gemäss Bedienungsanleitung standen die leuchtenden Anzeigen für den Motor.

Nachdem via Versicherung ein Pannendienst aufgeboten wurde hiess es für uns warten. Es dauere in etwa eine Stunde, bis der Pannendienst bei uns sei. Diese Zeit nutzten wir, um über Überbrückungsmöglichkeiten zu diskutieren. Wie kommen wir nach Davos? Zu welchem Preis lassen wir das Auto noch reparieren? Die Kinder schauten währenddessen auf der Rückbank Ipad oder schrieben „Hilferufe“ an die angelaufenen Scheiben. Schnell war klar, dass wir ein Ersatzauto benötigten. Daher kontaktierten wir den Götti von Manoa, da er bei einer Autogarage arbeitet. Er sei noch unterwegs, melde sich aber, sobald er wieder im Büro sei.

Als der Pannendienst eintraf stellte er fest, dass die Zündkerze kaputt sei. Er telefonierte mit diversen Garagen, um ein Ersatzteil zu erhalten. Leider erfolglos – in allen Garagen war der Verkauf offen, jedoch durften/wollten diese keine Ersatzteile verkaufen. So blieb uns nichts anderes übrig als das Auto in eine Garage abzuschleppen und es dort in der Folgewoche reparieren zu lassen. Währenddem sich der Autotechniker um unseren Schaden kümmerte erhielt Daniele einen Rückruf von Manoa’s Götti. Sie hatten tatsächlich ein Auto, welches wir für unsere Ferien ausleihen durften. Ab dann ging alles rassig. Wir sollten uns vom Abschleppdienst auf den nächstmöglichen Parkplatz abschleppen lassen, dann schauen wir weiter. Gemacht getan, ade Abschleppdienst. Keine 10 Minuten später erschien Manoa’s Götti mit einem Arbeitskollegen. Sie fuhren mit zwei Autos zu uns. Wir fragten uns noch, wie dann unser Auto in eine Garage kam und stellten dann fest, dass es zwischen Daniele und Manoa’s Götti ein Missverständnis gab. Den beiden angereisten Herren kam rasch die Idee ein Abschleppseil zu organisieren und damit unser Auto in die nächste Skoda Garage zu bringen. Nachdem das Seil organisiert wurde fuhren wir alle Richtung Garage. Manoa’s Götti sass in unserem Auto und liess sich abschleppen. Zu unserem Erstaunen ging es nicht lange und plötzlich konnte er mit dem Auto selbständig in die Garage fahren. Meinte dann aber auch, der Motor laufe nicht gut. Wir dankten ihnen nochmals herzlich für die speditive Abwicklung und Lösungsfindung für uns. Danach ging es für uns mit Verzögerung weiter nach Davos.

Das geplante Treffen mit einer Familie aus Basel, die wir im Vorjahr in Davos kennengelernt hatten mussten wir auf Grund von unserer Panne auf den Folgetag schieben. Doch wir wussten, dass wir die ganze Woche Zeit mit Ihnen verbringen können. Unsere Kinder waren im letzten Jahr zusammen in der Skischule und haben sich so gut verstanden, dass sie an den Nachmittagen jeweils zusammen Skigefahren sind. Auch wir Eltern haben uns auf Anhieb sehr gut verstanden und verbrachten daher die Nachmittage zusammen. Nummern wurden ausgetauscht und bei der Anmeldung für die diesjährige Skischule die Kinder zusammen angemeldet und auch der gemeinsame Besuch des Spenglercups geplant.

Am Sonntag war der 10. Geburtstag von Nairo. Da Natascha in der Nacht auf Sonntag den Magen-Darm-Virus bekam, wurde der Geburtstag von Nairo ohne sie gefeiert. Den Tag verbrachten die drei Herren mit der Familie aus Basel…

Als wir am nächsten Tag auf dem Weg in den Skikurs waren, bekam Daniele einen Anruf aus der Garage. Sie hatten die Zündkerzen ausgetauscht, leider lief das Auto aber noch nicht gut. Um genaueres feststellen zu können, müssten Sie einen Untersuch starten, der einiges kosten würde. Allenfalls käme dann noch eine Reparatur hinzu oder festgestellt, dass sich die Reparatur auf Grund des Alters nicht mehr lohnen würde. Wir entschieden uns, den Motor noch nicht untersuchen zu lassen und zu klären, was unser Auto noch an Wert hatte. Es stellte sich dann heraus, dass der Wert tiefer lag, als wir uns gedacht hatten. Ab diesem Zeitpunkt war für uns klar, dass wir uns von unserem Auto verabschieden und nach einer neuen Lösung suchen mussten.

Auf den Skikurs freuten sich die Kinder. Insbesondere auch, da sie mit ihren Freunden im Kurs waren. Vor Ort zeigte sich dann, dass einerseits viele alt bekannte Gesichter unter den Skilehrer waren, andererseits in der Gruppe von Nairo einige alt bekannte Gesichter aus den Vorjahren waren. Das schätzen wir an Davos so sehr. Man trifft sich alle Jahre wieder. Nairo fuhr am zweiten Tag trotz Bedenken die schwarze Piste hinunter und hatte an der Fahrt schlussendlich entgegen seinen Ängsten und Bedenken grosse Freude gehabt. Manoa musste an diesem Tag und am Folgetag pausieren, da er nun auch den Magen-Darm-Virus erwischt hat und er zusätzlich noch Fieber hatte. Auch Daniele ging es nicht sonderlich gut, zum Glück war es bei ihm nur Temperatur, weshalb sie beiden zwei Tage zu Hause blieben. Der andere Familienvater nahm Nairo am Nachmittag jeweils mit auf die Piste, Natascha verbrachte die beiden Nachmittage mit dem anderen Mami. Zum Glück ging es Manoa und Daniele am Donnerstag besser so dass sie auch wieder in den Schnee kommen konnten. Für Manoa ging es mit der Skischule weiter, wie Eltern verzichteten auf Grund des Magen-Darm Virus auf die Miete eines Snowboards. Dafür genossen wir die Sonnenstrahlen während eines längeren Spaziergangs. Am Freitag stand wie jedes Jahr das Skirennen der Skischule auf dem Programm. Bei Nairo waren es vier Teilnehmer, drei davon waren das letzte Jahr auf dem Podest. Erneut machten in dieser Gruppe die Plätze eins bis drei die gleichen Kinder aus. Bei Manoa sah es anders aus. Leider reichte es bei ihm nicht für einen Podestplatz. Dies war uns im Vorhinein bewusst, da uns der Lehrer angesprochen hatte, dass er Manoa gerne in den tieferen Kurs schicken würde. Da Manoa aber gerne mit seinem Freund in der Gruppe fahren wollte und dieser durch Manoa besser mitmachte konnten die beiden Freunde zusammen in der Gruppe bleiben.

Für den Abend hatten wir Tickets für den Spenglercup organisiert. Da das Spiel erst um 20.15 Uhr startete gingen wir mit der anderen Familie und dem Mami vom Mami noch Nachtessen im Hard Rock Hotel Davos. Obwohl an den Feiertagen sicherlich viel mehr Gäste im Restaurant waren, lieferte der Service einen sehr schlechten Job ab. Diverse Bestellungen gingen vergessen, auf das Essen musste sehr lange gewartet werden und leider hob auch die Qualität des Essens die bis dahin negativen Erfahrungen wieder auf. Dieses Restaurant können wir leider nicht wirklich empfehlen. Hingegen war der Besuch des Spenglercups einmal mehr ein grosses Highlight und die Stimmung fantastisch. Leider mussten wir uns danach von der Basler Familie verabschieden, da es für uns beide am Tag darauf nach Hause ging.

Abschliessend bleibt uns zu den Ferien das Thema Auto sicherlich auch in Erinnerung. Die ganze Woche diskutierten wir wie weiter. Fragen wie „Können wir auch ohne Auto eine Weile überbrücken“, „Ist es allenfalls doch noch möglich mit unserem Auto zu fahren?“, „Möchten wir neu ein Hybrid? Oder Elektroauto?“, „Welche Marke, welches Modell?“. Fragen über Fragen. Rasch war klar, unser Auto wenn nur noch von der Garage nach Hause zu fahren und es dann einem Händler, den der Götti von Manoa kennt, zu verkaufen. Von Tag zu Tag konnten wir immer genauer sagen, was für ein Auto in Zukunft unser Begleiter werden soll. Durch den Götti von Manoa erhielten wir diverse Angebote und eines traf so praktisch alles, was wir gerne haben möchten. Da wir zurück zu Hause sowieso zu Manoa’s Götti gingen, um das Auto zu retournieren, vereinbarten wir mit ihm, dass wir dann dieses Auto gleich anschauen können. Auf dem Rückweg wollten wir unser Auto aufpicken und zurück nach Seuzach fahren. Leider zeigte sich bereits nach weniger als einem Kilometer, dass dies unmöglich sein wird und wir mit diesem Auto keinen Meter mehr fahren möchten. So parkierten wir es in der Skoda Garage in Abtwil, bis es dort vom Händler abgeholt wird. Nachdem wir unser Gepäck aus dem Überbrückungsauto ausgeladen hatten, brachten wir dieses zurück. Manoa’s Götti bot uns die Möglichkeit, dass wir das Auto, welches uns gefällt, über das Wochenende Probefahren können, um danach zu entscheiden, ob dieses Elektroauto zu uns passt. Bereits am Sonntag war klar, dass wir mit diesem Auto mehr als happy sind und so ging Daniele am Montag in die Garage und regelte noch die finalen Dinge, damit das Auto nun uns gehört.