Städtereise London
Das 1. Adventswochenende verbrachten wir in London. Für uns Eltern schon länger eine Stadt, die wir besuchen wollten. Wir beide waren vor langer Zeit einmal in London, wollten diese aber gerne noch mit der Familie erleben. Nachdem die Kinder den Film Paddington gesehen haben, waren auch sie von der Idee begeistert. So buchten wir kurzfristig zwei Nächte in London und mussten uns zuerst über die vielen Flughäfen informieren. London verfügt über vier Flughäfen, drei davon eher ausserhalb und einer in der City. Wir entschieden uns diesen anzufliegen, um schneller in der Stadt zu sein.
Zum Glück haben wir vor der Abreise noch im Internet über London recherchiert und festgestellt, dass für die Einreise ein Pass benötigt wird. Mit dieser Information machte für uns auch der Abflug in Zürich von Gate E Sinn, denn nur da gibt es eine Passkontrolle.
London City ist ein verhältnismässig kleiner Flughafen, weshalb wir über das Flugfeld ins Flughafengebäude laufen durften. Auf Grund der Grösse gab es bei der Passkontrolle auch keine langen Warteschlangen und wir mussten noch kurze Zeit auf unser Handgepäck warten. Zum ersten Mal reisten wir nur mit Handgepäck. Da wohl die meisten Passagiere die gleiche Idee hatten, mussten wir in Zürich unser Handgepäck am Gate dennoch abgeben.
Im Vorfeld haben wir uns zu den Transfermöglichkeiten Flughafen – City erkundigt. Es gab vom Flughafen eine U-Bahn. Allerdings war uns nicht klar, welches Ticket wir für die drei Tage am Besten lösten. So gingen wir zu einer Informationsdame, die sehr hilfsbereit war. Sie informierte uns, dass unsere Kinder mit uns Eltern noch gratis fahren können und wir in dem Sinn kein Ticket lösen müssen. Wir mussten lediglich beim Ein- und Ausgang einer U-Bahn-Station oder beim Betreten eines Busses jeweils mit einer Kredit- oder Debitkarte den OTouchpoint berühren und am Ende des Tages wurde dann automatisch abgerechnet für welchen Preis wir gefahren sind. Maximal wird jedoch 10 Pfund pro Tag verrechnet. Eine für uns super Möglichkeit, die wir fleissig nutzten und mit diversen U-Bahnen und Doppeldecker Bussen unterwegs waren.
Mit der U-Bahn mussten wir einmal kurz umsteigen und kamen so zur Haltestelle Baker Street, wo sich auch unser Hotel befand. Die beiden Nächte war das Holmes Hotel – ein im Sherlock Holmes inspiriertes Hotel – unser Zuhause. Das Zimmer war sehr geräumig und wir Eltern wurden im Zimmer mit Früchten und Schokolade, die Kinder mit einem Plüschtier und Englischbuch willkommen geheissen.
Vom Hotel gingen wir zu Fuss Richtung Paddington Station. Unterwegs legten wir noch eine Stopp in einem Brauhaus ein, um noch Mittag zu essen. Gestärkt ging es anschliessend in die überfüllte Bahnhofshalle, wo wir am am Bahnsteig 1 die Paddington angetroffen haben. Nach einem typischen Tourifoto ging es mit der U-Bahn zum Piccadilly Circus. Die sehr bekannten Leuchtreklamen haben uns nicht gerade beeindruckt. Hingegen fanden wir die Strassen rundum in Soho sehr toll mit den kleinen Läden und Musical-Eingängen entlang den Hauptstrassen. Auch von den Menschenmassen ging es da noch sehr gut. Ganz anders war die Situation als wir auf die Regent-Street kamen. Ein Durchkommen war an teils Orten sehr schwierig so viele Menschen waren auf dieser Strasse. Besonders an einem Ort war es ein grosses Durcheinander und natürlich mussten wir genau da hin. Denn unsere Kinder wollten unbedingt in den ältesten und grössten Spielwarenladen von innen sehen. Hamleys befindet sich seit 1881 an der Regent Street und umfasst sieben Stockwerke. Im Laden gab es diverse Angestellte, die Zaubertricks zeigen, Seifenblasen verteilten, Bumerangs umerschossen. Ein grosses Spektakel im Haus, den Hype um dieses Geschäft werden wir wohl aber doch nicht verstehen. Für uns unterscheidet er sich ausgenommen von der Grösse nicht von einem Franz Carl Weber. Nach diesem Besuch fuhren wir zurück ins Hotel um uns wärmer einzukleiden, den nach dem Nachtessen Stand ein Besuch des Winter Wonderland im Hyde Park auf dem Programm. Mit Weihnachtsmarkt hat es leider nicht allzu viel zu tun. Es gibt diverse Chilbis und Stände, für den Einlass musste ein Ticket besorgt werden. Am Vortag waren wir ziemlich überrascht, als nur noch für den Slot von 20.00 – 21.30 Uhr Tickets verfügbar waren. Im Nachhinein war es ein glücklicher Zufall. So konnten wir gemütlich Nachtessen und anschliessend in den nicht mehr überfüllten Park. Die Tickets erlaubten einem einen Einlass und man konnte so lange im Park bleiben, wie man wollte. Wird der Park jedoch verlassen ist keine Rückkehr mehr möglich. Eigentlich nicht ein grosser Fan von Chilbis war es trotzdem ein sehr schöner und toller Abend. Die Zeit verging wie im Flug und für uns und die Kinder war es auf Grund der Zeitverschiebung nach CH-Zeit bereits 23.00h. Wir wollten danach mit der U-Bahn in Hotel. Rund um den Hyde-Park gibt es diverse U-Bahn-Stationen. Nachdem die erste geschlossen war und wir auch bei der zweiten Station nicht erfolgreich waren, entschieden wir uns mit einem Taxi ins Hotel zurückzukehren. So fuhren wir auch einmal noch mit einem typischen Londoner Taxi, dem Black Cab.
Für den zweiten Tag haben wir im Emirates Stadion eine Tour gebucht. Dieses Stadion ist die Heimspielstätte des FC Arsenal. Zu Beginn der Tour erhielten wir ein Kästli um den Hals, welches unser Tourguide in Deutsch war. Die verschiedenen Themen konnten immer pausiert, zurück oder vorwärts gespult werden. Die Tour führte uns zur Direktorenlounge, der Heim- und Gastumkleide, durch den Spielertunnel zum Spielfeldrand. Zudem konnten die Kinder Interviews in der Box führen und im Pressekonferenzraum die Sitzplätze der Spieler einnehmen. Anschliessend an die Stadionbesichtigung fuhren wir mit dem Doppeldecker Bus bis zum Covent Garden um diesen Bereich noch zu erkunden. Nachdem wir in einer Seitengasse in einem kleinen italienischen Restaurant etwas gegessen hatten ging es auf eine kurze Shoppingtour und anschliessend retour ins Hotel, um uns erneut wärmer anzuziehen. Für diesen Abend hatten wir eine Fahrt in einem Vintage Doppeldecker Bus gebucht, um die Weihnachtslichter in London zu sehen. Davor gingen wir ins Hard Rock Cafe am Piccadilly Nachtessen, da es auf dem Weg zum Treffpunkt der Busfahrt lag. Das Restaurant war bis zum letzten Platz voll und gefühlt an jedem zweiten Tisch hatte jemand Geburtstag. Dazu stand die Mehrheit des Personals an den Tisch und sang Happy Birthday. Ein etwa 10-minütiger Fussmarsch weiter kamen wir an unserem Treffpunkt an. Da der Doppeldecker Bus oben offen war, erhielten wir beim Einstieg warme Decken. Obwohl es nicht extrem kalt und auch windstill war, waren wir sehr dankbar, dass wir uns in den Decken wärmen konnten. Die Fahrt selber war nichts spezielles – ein solches Erlebnis hätte sicherlich gut auch auf einer normalen Doppeldecker Bus Fahrt gereicht. Leider gibt es im öffentlichen Verkehr in London aber keine offenen Busse mehr.
Am letzten Tag hatten wir Tickets im Madame Tussauds Museum gebucht. Da wir an diesem Tag auch unseren Rückflug hatten, blieb leider nicht mehr allzu viel Zeit für London. Dennoch wollten wir unbedingt noch den Big Ben sehen und Camden Market besuchen. Glücklicherweise waren wir genug früh wach, um an diesem Tag neben dem Museumsbesuch noch unsere To Do Liste abzuarbeiten. Nach dem Frühstück fuhren wir mit der U-Bahn zum Big Ben. Da wir zu unserer Überraschung noch genügend Zeit bis zum Museumseintritt hatten, konnten wir zu Fuss zum Buckingham Palace laufen. Leider passte es zeitlich nicht, noch eine Wachablösung abzuwarten. Die U-Bahn brachte uns retour zum Museum. Trotz Zeitslot und im Voraus gekauften Tickets war eine grosse Warteschlange vor uns. Im Museum ging es trotz den vielen Menschen relativ gut. Wir konnten die Wachsfiguren bestaunen, auf einer Bahn fahren und zum Schluss noch ein 4D-Kino Film von Marvel anschauen. Dieser war jedoch ziemlich gruselig, weshalb er nicht allen von uns gefallen hat. Mit dem Doppeldecker Bus, der direkt vor dem Museum fuhr, ging es zum Camden Market. Ein ziemlich alternatives, hippes Quartier mit mega coolen Shops. Auch da hatten wir leider viel zu wenig Zeit. Wir konnten die rechte Strassenseite hochlaufen, die linke wieder runter. Dann ging es leider bereits retour ins Hotel und zurück nach London City, von wo der Flieger zurück in die Schweiz ging.
Am Ende hätte es noch viel mehr zum Erleben und Anschauen gehabt. Leider hatten wir viel zu wenig Zeit in London. Obwohl für uns und Eltern London lange nicht mehr auf der Must see Liste war, war es ein einmaliges und ausserordentlich tolles Wochenende in London. Wir werden wieder kommen und das nächste Mal viel mehr Zeit einplanen.


