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Camper: Teil 2

Aller guten Dinge sind drei. Dies traf bei uns zumindest bezüglich den aufgesuchten Weinregionen zu. Denn nach den Blue Mountains suchten wir das Hunter Valley auf, welches sich nördlich von Sydney befindet und in unseren Augen definitiv die schönste der besuchten Weinregionen darstellte. Wir fuhren mitten durch die Reben und entlang von Weihern auf die leicht erhöhten Weingüter, wodurch wir eine schöne Aussicht auf die Rebbergen hatten, welche von der Sonne noch hervorgehoben wurde.

Das Hunter Valley war für uns die vorläufig letzte Destination im „Landesinneren“. Von da aus ging es Richtung Port Stephens zurück ans Meer, wo wir einen Kombiausflug gebucht haben. Zuerst ging es mit dem Boot in die Bucht, um Delfine sehen zu können, was am Schluss der 90-minütigen Fahrt auch noch eintraf. Der zweite Teil enthielt mehr Action: es ging in die Sanddünen zum Sandboarden. Wir wurden von einem Traktor ähnlichen Monster-Zebra-Jeep abgeholt und zu den Sanddünen chauffiert. Die üppigen grünen Wälder hinter den fast weissen Sanddünen – die Kulisse dieser Aktivität – wirkte dabei schon beinahe surreal. Nach einer ausführlichen Instruktion (ca. eine Minute) konnte es losgehen. Mit einem Brett unter dem Arm liefen wir die Sanddüne hoch und konnten diese anschliessend herunterrutschen. Dies war ziemlich amüsant, denn sobald die Füsse nicht mehr auf dem Brett waren, flog einem der ganze Sand ins Gesicht. So gingen wir nach einigen Abfahrten paniert zurück zum Camper und weiter auf Koalaentdeckung. Im Park, welcher für Koalas bekannt ist, konnten wir dann genau einen frei lebenden Koala sehen… da waren wir an anderen Orten doch schon erfolgreicher.

In Port Stephens hatten wir einen Campingplatz direkt am Meer und dieser wareinmal mehr in Mitten der Natur. Genau solche Plätze machen für uns diese Art des Reisens einzigartig, auch wenn man in anderen Belangen eher etwas zurückstecken muss. Egal ob morgens oder abends, es gibt immer was zu erleben. So zum Beispiel die unzähligen Papageie, die zwitschern, herumfliegen oder sich auf unserem Campingstuhl niederlassen oder der Morgengruss der Kookaburras (der lachende Hans). Immer wieder speziell ist jedoch, wenn am Morgen ein paar Kängurus vor dem Camper liegen, grasen oder springen. Weitere Besucher bisher waren Warane, Wallabys, Enten, Flughunde oder Hasen. Und auch wenn der Besuch ausbleibt, so kann man einfach die Zeit im Freien geniessen und die Sterne beobachten… wenn das Wetter stimmt, denn auch hier ist nicht immer heiterer Sonnenschein.

Von Port Stephens ging es in die nächste Koalastadt – Port Macquarie, wo ein Spital für verletzte Koalas auf Basis von Freiwilligenarbeit betrieben wird. Die Koalas werden dort gepflegt und gegebenenfalls operiert, bis sie wieder in die Freiheit entlassen werden können. Ist dies nicht mehr möglich, so wir das Spital zugleich die „Altersresidenz“ dieser Tiere. 

Über Nambucca Heads, mit seinen bunt bemalten Steinen, welche als Wellenbrecher dienen, ging es für einen kurzen Abstecher in den Nationalpark von Dorrigo, um dort im Regenwald zu wandern. Auf der Weiterfahrt nach Coffs Harbour mussten wir einmal mehr feststellen, dass das Kartenmaterial von Apples Navigationssoftware nicht das Mass aller Dinge darstellt. Der Kartendienst führte uns über eine Brücke, die unseres Erachtens nie existierte. Auch dieses Hindernis konnte gemeistert werden und wir waren wie gewünscht am Zielort angekommen (nicht zuletzt auch dank dem Navigationssystem). Auf dem Campingplatz waren wir dann nicht mehr so alleine wie die Tage zuvor. Es war Gründonnerstag und die Australier waren in grossen Mengen angereist und haben ihre riesigen Zelter, Camper und Wohnwagen mit Anbau aufgestellt.

Ostern verbrachten wir „gezwungenerweise“ auf einem Campingplatz in Ballina, da einerseits an Ostern eine Mindestaufenthalt besteht und andererseits in unserer Wunschdestination – Byron Bay – bereits alles ausgebucht war.

Da es am Ankunftstag regnete, entschieden wir uns Byron Bay am Folgetag zu besuchen. In dieser Stadt, welche einem Surfer-/Hippie-Mekka gleicht, wimmelte es von Fahrzeugen und Menschen. Dies war sicherlich auch wegen dem Blues-Festival, einem Festival mit Berühmtheiten wie Status Quo, Paul Simon, Santana, Jimmy Cliff und vielen weiteren. Auf der schwierigen Suche nach einem Parkplatz haben wir einen kleinen Markt entdeckt, welchen wir dann auch als erstes aufsuchten. Das Schlendern durch diesen Markt war sehr unterhaltsam, da wir immer wieder auf irgendwelche Künstler trafen. Diese sangen gut bis schrecklich, wobei das absolute Highlight ein unkonventionelles Instrument darstellte: eine Tupperware-Trommel.  Da gegen den späten Nachmittag auch die Sonne noch herrlich zu scheinen begann, fuhren wir an einen Strand und genossen die Sonnenstrahlen, bevor wir in einem Restaurant essen gingen. Auch hier mussten wir bezüglich den Preisen schmunzeln. Im Restaurant existierten tatsächlich zwei Karten, wobei eine davon für Schulferien angepasste Preise aufwies. 

Da das Wetter für den Folgetag nicht so rosig aussah, entschieden wir uns ins Hinterland zu fahren und dort ein Dorf und eine Macadamia- und Avocado-Farm zu besichtigen. Leider begann es bei unserer Ankunft so stark zu regnen, dass wir uns nach einem Kaffee auf der Plantage für ein Schlechtwetterprogramm entscheiden mussten. Wir suchten schlussendlich eine Bowlinghalle auf, womit wir dennoch einem amüsanten Nachmittag hatten.

Von Ballina ging es über Currumbin nach Noosa. Dank der Zeitumstellung zwischen New South Wales und Queensland sind wir um 8.30 Uhr losgefahren und um die gleiche Zeit im Wildtierpark in Currumbin angekommen. Gerade rechtzeitig um an der Lorikeet Papageien Fütterung teilzunehmen, an welcher bis zu 8 dieser farbenfrohen Vögel auf einem sassen. Anschliessend ging es in den eigentlichen Park zu den Koalas. So viele auf einmal haben wir bisher noch nie gesehen und es ist nur schwer vorstellbar, dass die eingenommenen Schlafpositionen bequem sind. Übrigens war auch eine Reinkarnation von Meister Yoda (Star Wars) auf einem Baum am Schlafen. Von den Koalas ging es weiter zu den Kängurus, den Emus und danach zu den Salzwasserkrokodilen. Es waren zwei in der Anlage, wovon das eine einfach RIESIG war – wie wir später erfuhren 4.8 Meter lang. Anschliessend kamen die Baumkängurus, eine Art Känguru, die auch auf Bäume klettert. Diese Kängurus können anhand ihrem Schwanz identifiziert werden, da dieser unserem Fingerabdruck gleichgestellt werden kann. Nachdem wir den Park zu Fuss besichtigt hatten, ging es noch mit dem Segway durch den Park. Dazu erhielten wir eine Miniinstruktion und mussten zuerst auf einem kleinen Parcours ein paar Runden drehen. Das erste Mal auf einem Segway zu stehen war eine spezielle Erfahrung, doch nach kurzer Zeit kam der Spass an diesem Gerät. Während unserer Entdeckungstour durch den Park erzählte uns unser Guide zu einigen Tieren noch weitere Infos. Auch hatten wir mit ihm etwas mehr Glück und konnten den Tasmanischen Teufel sehen. Die Wombats kamen jedoch nicht aus ihrem Versteck, diese zeigen sich angeblich nur zur Fütterungszeit.

Das Ende unserer Camperzeit kommt auch immer näher. Auf dem Weg nach Noosa wurde auf dem Highway das erste Mal unser Endziel angezeigt: Cairns 1598 km.