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Camper: Teil 3

„Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei…“. Dies trifft auch für unsere Reise mit dem Camper zu. Man gewöhnt sich ziemlich schnell an das Reisen mit diesem Gefährt und mit den richtigen Küchenutensilien, welche wir schon ganz zu Beginn der Reise besorgt oder auch in Form einer Mokka-Kanne mitgenommen haben, funktioniert auch das Kochen dank Daniele‘s Kochkünsten ganz ordentlich (natürlich immer in Relation zu den bescheidenen Fähigkeiten des Kochs). Aber alles schön der Reihe nach.

Von Noosa fuhren wir weiter nordwärts nach Hervey Bay, von wo aus wir eine geführte 2-tägige Tour nach Fraser Island gebucht hatten. Nachdem wir beim Campingplatz abgeholt und zum Bootshafen gebracht wurden, ging es mit der Fähre nach Fraser Island, der grössten Sandinsel der Welt. Auf der anderen Seite angekommen sieht man jedoch vorerst keinen Sand sondern dichten Urwald so weit das Auge reicht. Erst im Geländebus wird einem bewusst, dass man sich wirklich auf einer Sandinsel befindet, denn die Fahrspur ist eine kleine sandige Schneise durch den Urwald. Paradoxerweise erzählte uns unser Tourguide gleich zu Beginn, dass an bestimmten Stellen auf der Insel zu viel Sand fehlt, womit der Norden der Insel und somit verschiedene Highlights nicht besucht werden können. Das es vorkommen kann, dass die Tour wetterbedingt anders gestaltet wird, war uns bewusst. Als wir jedoch erfuhren, dass wir das bekannte Schiffswrack Maheno und Eli Creek nicht anschauen konnten, fanden wir dies schon sehr schade. Trotzdem konnten wir an unserem ersten Tag eine kleine Wanderung in eine Sanddüne mit verschiedenfarbigem Sand vornehmen und im Lake Wabby baden gehen. Das ursprüngliche geplante Alternativprogramm für den zweiten Tag sah die Besichtigung von zwei weiteren Seen vor. Nach dem Baden im bekannten Lake McKenzie und Gesprächen mit unserem Guide hat dieser sich dazu erklärt, die kritische Passage für den Weg Richtung Norden aufzusuchen und die aktuelle Situation neu zu beurteilen. Ganz nach dem Motto „ab durch die Mitte“ konnte er diese Hürde bravurös meistern. Von nun an musste es jedoch schnell gehen, denn die Flut kam immer näher und die Fahrbahn am 75 Mile Beach wurde somit immer schmaler. Auch wenn der Aufenthalt im Norden der Insel mit den Stops am Wrack und Eli Creek nur von kurzer Dauer waren, stellten diese einen schönen Abschluss der Tour dar. Aber das wahre Highlight der Insel waren nicht die aufgesuchten Zwischenstops, sondern die Insel an sich. Es ist erstaunlich, wie eine solche Vegetation mit Urwald, kleinen Bächen und Seen auf diesem Boden (Sand) entstehen kann. Das Sprichwort „auf Sand gebaut“ bekommt nach einem Besuch auf Fraser Island eine neue Bedeutung!

Bundaberg, welches bekannt ist für seinen Rum, war unser nächstes Ziel. Nachdem wir im Campingplatz eingecheckt hatten, erfuhren wir, dass verschiedene Einkaufszentren aufgrund der Überschwemmung im Januar dieses Jahres immer noch geschlossen sind. Die Dimension der Überschwemmung wurde uns dann erst richtig bewusst, als wir mit dem Bus in die Destillerie fuhren und uns eine ältere Dame während der Busfahrt das Ausmass dessen schilderte und zeigte, bis wohin der Wasserspiegel maximal stieg. Dies war für uns umso erstaunlicher, da sich in unmittelbarer Nähe keine Gewässer befanden. In der Destillerie angekommen, besuchten wir einen Rundgang durch das Gelände, auf welcher uns der Destillerieprozess erklärt wurde. Die Degustation am Schluss durfte dann natürlich nicht fehlen.

Nach einer längeren Fahrt und einem Schlafhalt auf dem völlig durchnässten und matschigen Campingplatz in Mackay kamen wir in Airlie Beach an, dem Tor zu den Withsundays. Die Withsundays waren vor der letzten Eiszeit Berge und sind nun eine Region mit vielen kleinen Inseln, welche vor allem zum Segeln aufgesucht werden. Das nahe gelegene Great Barrier Reef macht diese Region für Touristen zusätzlich attraktiv. Leider spielte das Wetter einmal mehr nicht wunschgemäss mit und die Prognose zeigte für die geplanten drei Tage hauptsächlich Regen an. Wir liessen uns vom Wetterbericht jedoch nicht abschrecken und buchten für den schönsten Tag gemäss Vorhersage (zwei Stunden Sonne) einen einstündigen Rundflug über die Withsundays und einen Teil des Great Barrier Reef, inklusive des viel abgebildeten Herzriffs. Glücklicherweise waren die Prognosen pessimistischer als die Realität, bzw. die sehr lokalen Gewitter waren im 8-plätzigen Flugzeug kaum spürbar. Die Vogelperspektive auf diese ganze Gegend war einfach unbeschreiblich. 

Unsere Wettererfahrungen beim Rundflug, gestärkt mit den Aussagen des Piloten und weiteren lokalen Personen, hatten uns dazu bewogen, trotz nicht rosigen Aussichten einen Tauch- und Schnorchelausflug für den Folgetag zu buchen. Die anfänglichen Aufhellungen waren allerdings von kurzer Dauer, denn das Wetter blieb grau, windig und regnerisch, womit der Namen „Wetsundays“ passender gewesen wäre. Der Bootsausflug wurde sehr unruhig und wir wollen es uns lieber nicht vorstellen, wie dieser ohne die Medikamente gegen Seeübelkeit ausgegangen wäre.

Aufgrund des Regens haben wir kurzerhand entschieden, ohne weiteren Zwischenstop, nach Cairns zu fahren, da wir dort weniger auf gutes Wetter angewiesen waren. Auf dem Campingplatz in Cairns zeigte sich wieder einmal, wie klein die Welt sein kann. Während wir auf einer früheren Reise in den Bahamas Lucia und Erich „über den Weg“ gelaufen sind, waren es diesmal Susanne und Andy. Nach einem gemütlichen Tag in der Stadt ging es, nachdem sich das Wetter wieder ein wenig beruhigt hatte, noch höher in den Norden, wo uns die Erzählungen von Susanne und Andy einige zusätzliche Ideen lieferten.