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Nicaragua

Nach unserer Zeit in Costa Rica ging es weiter nach Nicaragua, wo wir ebenfalls drei Destinationen aufsuchten: 

– San Juan del Sur: ein Dorf am Pazifik 
– Isla de Ometepe: eine Vulkaninsel im Nicaraguasee
– Granada: die älteste Kolonialstadt Zentralamerikas 

Am Morgen unseres Transfers von Tamarindo in Costa Rica nach San Juan del Sur in Nicaragua wollten wir den 7.00 Uhr Bus nach Liberia nehmen. Doch leider erhielten wir eine Fehlinformation vom Chauffeur des ersten Busses, weshalb wir nicht eingestiegen sind. Der zweite Bus fuhr ohne zu halten an uns vorbei und den dritten haben wir nicht mehr erlebt, da wir uns nach beinahe zweistündiger Wartezeit dazu entschieden haben, per Taxi nach Liberia an den Busbahnhof zu fahren. In Liberia fuhr kurz darauf ein öffentlicher Bus an die Grenze. Die beiden Grenzposten waren einen Kilometer auseinander, welchen wir zu Fuss bewältigen mussten. Nach den Formalitäten am Zoll und dem Bezahlen verschiedener Steuern, ging es erneut per Taxi nach San Juan del Sur. Wir waren froh, konnten wir die Grenze hinter uns lassen, da es dort sehr viele aufdringliche „Touristenberater“ gab. Auf der Fahrt sahen wir bereits die Isla de Ometepe, unsere zweite Destination in diesem Land. 

Unser Hotel für die nächsten drei Übernachtungen war einfach traumhaft. Die ganze Anlage war an einem Hügel gebaut und man hatte vermutlich von jedem Haus/Appartement eine Sicht auf die Bucht von San Juan del Sur. Unsere „habitación“ verfügte auf jeden Fall über eine solche. Der einzige Makel war, dass durch die Lage der Anlage viele Stufen bewältigt werden mussten. Vom Hauptgebäude bis zu unserem Appartement waren es über 300, womit der tägliche Sport auch gerade abgehackt war. Die gemütlichere Variante war der hoteleigene Taxidienst, welchen wir jedoch nur mit Gepäck in Anspruch nahmen.

Zum Glück hatten wir uns entschieden frühzeitig Richtung Isla de Ometepe aufzubrechen. Es war ein wolkenfreier Tag und bei der Überfahrt hatten wir eine freie Sicht auf beide Vulkane der Insel, was sonst eher die Ausnahme darstellt. Neben der Landschaft ist die Fähre sicherlich erwähnenswert, welche doch schon ein paar Jahre auf dem Buckel hatte, uns aber dennoch sicher ans Ufer der Insel brachte. Dort angekommen wurden wir bezüglich Weiterfahrt zum Hotel beraten. Wie sich später herausgestellt hat, war unser Berater unser Taxichauffeur, womit wir ein wenig an seiner Objektivität zweifelten. Im Nachhinein denken wir jedoch, dass es sicherlich der richtige Entscheid war.

Unser Domizil auf der Insel war eine kleine Finca, welche sich inmitten der beiden Vulkane befindet. Carlos der Eigentümer hat uns bei der Ankunft die möglichen Aktivitäten auf der Insel vorgestellt, wobei wir am Folgetag mit einer Besichtigung seiner Farm gestartet sind. Dabei haben wir gelernt, dass eine Ananas nur saftig ist, wenn man der Pflanze nicht zu viel Wasser gibt, da die Pflanze die Frucht als Wasserreserve benutzt oder dass die Sternfrucht die einzige Pflanze ist, bei welcher es gleichzeitig alle Stadien der Frucht (Knospe bis zur Frucht) am selben Baum zu sehen gibt. Die Nationalblume von Nicaragua war in diesem Garten übrigens auch vertreten und wurde unwissentlich auch das Logo unseres Blogs: die Frangipani bzw. Plumeria.

Da das Wetter ausser bei der Ankunft nicht sonderlich mitspielte, beschlossen wir die Insel einen Tag früher als geplant zu verlassen. Jedoch war dies nur unser Plan, denn bei der Fähre angekommen, waren wir plötzlich Teil einer gestrandeten Menschenmasse. Aufgrund des schlechten Wetters verliess an diesem Tag keine Fähre den Hafen. Da die Kommunikation der Betreiber nicht beispielhaft funktionierte, verharrten wir mit einigen anderen Touristen und einer Gruppe Extremsportler (Teilnehmer des Insellaufes über 100 Kilometer und ca. 3500 Höhenmeter). Zusammen mit der angeblichen „Creme de la Creme“-Gruppe dieser Sportart verbrachten wir einen kurzweiligen und amüsanten Nachmittag bei Pizza-Essen und Rätselraten, wie es nun weitergehen wird. Schlussendlich mussten wir uns damit abfinden, dass wir die Insel an diesem Tag definitiv nicht mehr verlassen können. Am nächsten Morgen um vier Uhr versuchten wir unser Glück erneut und konnten, mit verschiedenen bekannten Gesichter, die Insel mit der ersten Fähre verlassen. Auf gehts nach Granada!

Granada ist eine farbenfrohe Kolonialstadt, die wir bei einer Kutschenfahrt genauer besichtigten. Die vielen gemütlichen Innenhöfe mit Kaffes, Bars und Restaurants laden dabei zum verweilen ein. Aber Granada hat noch mehr zu bieten. Zum Beispiel unternahmen wir eine Bootstour in Mitten den „Isletas“ (ca. 350 kleine Inseln, welche bei einer Eruption des Vulkans Mombacho entstanden sind), badeten in einem Kratersee und besuchten den Masaya-Vulkan, den angeblich aktivsten Vulkan Zentralamerikas. Der Ausstoss von Schwefel ist so stark, dass aus Sicherheitsgründen ein Atemschutz getragen werden muss. Zum Abschluss dieser Tour besichtigen wir noch durch den Vulkan gebildete Lavatunnels, welche nun das Zuhause von ca. 35‘000 Fledermäusen sind. Dies war ein spezielles Erlebnis!