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Panama

Ursprünglich war geplant von Nicaragua per Bus nach Panama zu fahren. Da dieser Transfer jedoch mehr als 24 Stunden in Anspruch nehmen würde, entschieden wir uns von Managua nach Panama City zu fliegen. Der günstigste Flug hätte uns jedoch keinen Zeitvorteil verschafft, da wir in Miami einen Stopover hätten einlegen müssen. So entschieden wir uns für den nächst teureren Flug. Erstaunlicherweise handelte es sich hierbei um einen Businessflug. Dieser Flug brachte uns schlussendlich drei Vorteile: Erstens mussten wir die Zollformalitäten in Nicaragua nicht selber ausfüllen, zweitens waren die Sessel auf diesem 90-minütigen Flug wirklich businesswürdig und drittens konnten wir das verpasste Frühstück nachholen, da wir das Hotel einmal mehr sehr früh verlassen mussten.

Mit einer improvisierten Stadtkarte (Foto von Google-Map) suchten wir die ersten Ziele in Panama-Stadt auf. Der Kontrast zwischen Granada und Panama-Stadt hätte kaum krasser ausfallen können. Wolkenkratzer prägen die Skyline von Panama-Stadt und überall schiessen neue in die Luft. Auf den Strassen verkehrt dabei eine so hohe Dichte an neuen Fahrzeugen, wie selten zuvor gesehen. Panama-Stadt hat vermutlich nicht umsonst den Übernamen „Miami von Zentralamerika“.

In Panama starten wir unser erstes gebuchtes „Reisepaket“: eine 5-tägige Reise nach Bocas del Toro, einem Archipel in der Karibik. Das Ganze startete leider nicht ganz reibungslos, da die versprochenen Unterlagen nicht im Hotel waren. Zum Glück hatten wir einen 24h-Kontakt vor Ort, welchen wir auf verschiedenen Wegen zu erreichen versuchten. Schlussendlich erhielten wir die Information, dass wir am nächsten Morgen um fünf Uhr abgeholt werden und pro Person maximal 12 Kilogramm Gepäck zugelassen sind. Dies bedeutete somit die Taschen umzupacken und einmal mehr auf das Morgenessen im Hotel zu verzichten.

Einen Voucher konnten wir weder unserem Fahrer noch beim Check-In vorweisen. Die erste Hürde mit den fehlenden Unterlagen hatten wir dann jedoch in unserem Hotel, welches unsere Buchung nicht fand und uns auf ein anderes Hotel mit ähnlichem Namen verwies. Aber auch dieses Problem konnte gelöst werden und nach einer Erkundungstour des Dorfes konnten wir unser Zimmer beziehen und genossen eine ausgiebige Siesta. 

Der erste Eindruck von einer der besten Feriendestinationen Panamas war sehr erfreulich. Bereits beim Anflug stellte sich heraus, dass es sich um eine sehr grüne Region handelt, was jedoch wiederum bedeutet, dass es häufig regnet, was wir während unserem Aufenthalt in den Bocas am eigenen Leib erfuhren. 

Um das „wahre“ Bocas del Toro kennenzulernen stehen überall Wassertaxis zur Verfügung, die einem auf eine andere Insel oder an einen schönen Strand bringen. Wir erkundigten die nahe gelegene Inselwelt mit zwei nicht immer trockenen Tagesausflügen. Hätten wir dies nicht gemacht, wäre uns von Bocas del Toro ein schlechter Eindruck geblieben, denn auf der Hauptinsel liegt viel stinkender Abfall am Strassenrand, was viele Geier anzieht. 

Was uns von diesem Aufenthalt sicherlich auch in Erinnerung bleiben wird, sind die Restauranterlebnisse, welche wir hier hatten. Wenn eine Speise auf der Karte aufgeführt ist, bedeutet dies in Bocas noch lange nicht, dass diese auch serviert werden kann. Ebenfalls hatten wir in einem Restaurant einen Orangensaft ohne Eis bestellt, was eine Stunde später nur noch mit Eis möglich war.

Nach den paar Tagen an der Karibikseite von Panama kehrten wir zurück nach Panama-Stadt, wo wir zwei Tage Zeit hatten, die Stadt und die nähere Umgebung zu entdecken. Am ersten Tag entschieden wir uns für eine Hop-On Hop-Off Bustour, bei welcher wir mehr über Panama und den Kanal lernten und die Gelegenheit nutzten am einen oder andern Ort auszusteigen. 

So besuchten wir „Casco Antiguo“,den alten Stadtkern von Panama-City, welcher nach einem Piratenangriff neu aufgebaut wurde und stellenweise wieder den Eindruck erweckt, dass kürzlich erneut Piraten am Werk waren. Denn viele Häuser sind halb verfallen und werden nun nach und nach restauriert, womit der alte Kolonialstil wieder ersichtlich wird. Um das Ganze noch ohne Presslufthammer zu geniessen, entschieden wir uns am Abend nochmals hierher zukommen. Einmal mehr vermochte uns dabei dieser Stil zu begeistern.

Nach dem Besuch von „Casco Antiguo“ benutzten wir den Bus, um zuerst in eine riesige Shopping-Mall zu gelangen, welche zur besseren Orientierung in Tierbereiche aufgeteilt ist und uns anschliessend weiter zu den Miraflores-Schleusen brachte. Es ist sehr eindrücklich, was für „Monster“-Schiffe diese Schleusen passieren und in welcher Präzision und Geschwindigkeit das Ganze von sich geht. Der Appetit auf den nächsten Tag war somit geweckt, an welchem wir den ganzen Kanal mit dem Boot passiert sind.

An nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg den Panamakanal auf einem Boot zu durchqueren. Nachdem ein Lotse des Panamakanals auf offenem Meer auf unser Boot kam (für die Durchquerung muss auf jedem Schiff ein Lotse des Panamakanals auf der Brücke sein), ging es erneut Richtung Miraflores-Schleusen. Zusammen bzw. parallel mit einem grossen Frachtschiff überwanden wir die ersten beiden Schleusen, wobei für das Fluten bzw. entleeren einer Schleuse nur gerade 8 Minuten benötigt werden. Bemerkenswert ist dabei zudem, dass das Ganze mit einem 100-jährigen System erfolgt und hierzu keine Motoren zum Einsatz kommen. Nach dem passieren einer weiteren Schleuse ist das Niveau des künstlichen Gatunsees erreicht, welcher die höchste Stelle des Kanals darstellt. Doch bevor dieser See erreicht wird, passieren die Schiffe noch die engste Stelle des Panamakanals. Ein sehr kurvenreicher Abschnitt, bei welchem einerseits nicht gleichzeitig zwei Frachter durchfahren können, andererseits die Frachter von Schleppschiffen des Kanals geführt werden müssen, damit die engen Radien überhaupt bewältigt werden können. 

Die ganze Durchfahrt war ein einmaliges Erlebnis, welches jedoch nicht ganz nach Plan über die Bühne ging, womit jedoch in Zentralamerika immer gerechnet werden muss. Leider haben wir das zentralamerikanische Zeitmanagement bei unserer persönlichen Planung zu wenig berücksichtigt, da wir nach der Kanaldurchquerung unsere frisch gewaschenen Kleider abholen wollten. Um die ganze Geschichte abzukürzen: Die Wäscherei hatte bei unserer Ankunft bereits geschlossen, am nächsten Tag (Sonntag) hiess es für uns auf nach L.A. und gemäss ursprünglichem Flugplan wäre der Flug um 9 Uhr gestartet. Zum Glück hat die Wäscherei auch am Sonntag offen und die Abflugzeit hat sich seit der Buchung auch nach hinten verschoben, womit wir nochmals mit einem blauen Auge davon gekommen sind.